polyvagale Therapie 

Soziale Verbundenheit als biologischer Imperativ:

Eine polyvagale Perspektive 


Warum ist es für gewisse Menschen einfach, sich anzukuscheln und eine herzliche Umarmung anzunehmen,  während andere sich zurückziehen oder erstarren? Wenn wir einer Person erstmals begegnen - warum lächeln uns einzelne Menschen an und kommen aktiv auf uns zu, während andere ihren Blick abwenden und sich zurückziehen? Kann uns die Biologie helfen, Auslöser und Mechanismen solcher Verhaltensweisen zu verstehen? Wird uns das Verständnis darüber, wie Verhaltensweisen neurale Regelkreise auslösen, die soziales Verhalten möglich machen, beim Kreieren von gezielten Interventionen helfen? 


In der Fortbildung Somatic Memory werden die Grundlagen der Polyvagal Theorie erläutert. Dabei soll hervorgehoben werden, welche wichtigen biologischen Grundlagen sozialen Verhaltens wir uns mithilfe der polyvagalen Perspektive erschließen können. Daran wird deutlich, warum die Wechselwirkungen zwischen sozialem Verhalten und biologischen Einflussfaktoren so wesentlich für den therapeutischen Prozess sind. Soziale Interaktionen, die uns helfen, sich sicher zu fühlen und positive Reaktionen hervorrufen, dienen als neuronales Training, das die physiologische Regulation und die psychophysische Gesundheit verbessert. 


Die Polyvagale Theorie bietet eine Grundlage für jene therapeutische Strategien die das System des sozialen Engagements trainiert und insofern die Fähigkeit des Klienten, sich sicher zu fühlen. Traumatisierte Personen erhalten so die Möglichkeit beide Verteidigungsmechanismen, die der Mobilisation (Kampf/Flucht Verhaltensweisen) und die der Immobilisation (Abschalten und Dissoziation), abzubauen.