Neuromuskuläre Organisation

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Einer der Hauptgründe in der Körpertherapie sich mit der Biologie des Körpers zu befassen liegt darin, die sensomotorischen Leistungen des Körpers kennenzulernen. Die Sensomotorik ist Teil der neuromuskulären Organisation und dafür verantwortlich, daß viele unserer Körpersysteme unbewußt laufen können. Bei dem Erlernen von Fähigkeiten wie zum Beispiel die der menschlichen Aufrichtung kommt dem Körper – Gedächtnis eine besondere Bedeutung zu. Jede Bewegung wird von unserem Körper sensorisch aufgezeichnet. Der Körper verfügt so über eine überaus große Gedächtnisleistung (Sensorischer Cortex), die er jederzeit abrufen kann. Bei einer beabsichtigten Bewegung werden Körpererinnerungen miteinander verglichen und in muskuläre Tätigkeit übertragen.

 

Mit der Zeit und aufgrund von muskulären Erfahrungen bilden sich musterhafte Gewohnheiten, die wir auch als Haltung kennen. Eine Bewegung wird zur Normalität. Dies bedeutet aber nicht, dass sie zwangsläufig auch optimal ist. Das Gefühl für Normalität ist oft sogar stärker ausgeprägt als wahrgenommene Ineffizienz oder Schmerz. Die Tendenz des Körpers sich in der Art zu bewegen, wie er es immer gemacht hat, führt oft zu tiefsitzenden, haltungsbedingten Gewohnheiten und den dazugehörigen mentalen Bildmustern.

 

Das Einwirken auf eingeübte motorische Muster wie es in der Methodik der SKT verfolgt wird, führt zur Auflösung muskulärer Bindungen und zur Befreiung defensiver Reflexe. Weil nahezu alle Beschwerden und Erkrankungen mit dem Funktionieren des neuromuskulären Systems zusammenhängen, ist es umgekehrt möglich, diese über das neuromuskuläre System positiv zu beeinflussen.