Die Biologie unserer Existenz

Werden wir von einem Ereignis überrascht, wie beispielsweise bei einem Verkehrsunfall, verlieren wir die Fähigkeit, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen (Orientierungsreflex) und angemessen zu reagieren (Schutzreflex).

Das Erstarren führt dazu, daß die enorme mobilisierte Energie von einer Sekunde auf die andere eingefroren und im Körper gespeichert bleibt, ohne daß sie umgesetzt oder entladen wird. Dies bildet die energetische Grundlage für psychosomatische Symptome. Es entstehen somatische Symptome wie Erregung, Zittern, Schweißausbrüche, Überaktivität, Lethargie, Gefühl tiefer Hilflosigkeit, Schlafstörungen, Störungen in der Raum- und Zeitwahrnehmung bis hin zum Gefühl nicht im Körper zu sein.

Die Lösung von Stress- und Traumasymptomen


Wir sehen einen therapeutischen Weg darin, daß wir mit viel Achtsamkeit die physiologischen Symptome des Traumas in ihrem somatischen Orientierungs- und Schutzverhalten studieren und die inhärenten gespeicherten Energien und Ressourcen nutzbar machen. Wir begeben uns mit dem Klienten in einem oft vollkommen neuen körperlichen Entdeckungsprozeß. Die feinen somatischen Äußerungen unserer körperlichen Existenz werden spürbarer und führen uns zu unseren Selbstheilungskräften und begleiten uns bei den innerlichen Klärungsprozessen. Gleichzeitig findet ein neuromuskuläres Lernen statt. Überwältigende Lebensereignisse, die als "Wunde in der Ordnung unseres Daseins" (Martin Buber) erlebt werden, können so auf heilsame Weise verarbeitet werden. Viele erfahren diesen Prozeß als eine Art zweite Geburt in ihrem Körper.